KI & Prüfungsregeln · 10 Min. Lesezeit

KI-Nutzungserklärung 2026: Vorlage für die Bachelorarbeit

„ChatGPT wurde unterstützend genutzt“ ist transparent gemeint und trotzdem fast wertlos: Es fehlen Werkzeug, Zweck, Abschnitt und Umfang. Gleichzeitig wäre ein 80-seitiger Prompt-Anhang oft unnötig. Die passende KI-Nutzungserklärung liegt dazwischen — präzise genug, um die Eigenleistung zu zeigen, aber immer nach der aktuellen Regel Ihres Fachbereichs.

Kurz gesagt Ob und wie KI in einer Bachelorarbeit angegeben werden muss, entscheidet Ihre konkrete Prüfungsordnung, Aufgabenstellung und Lehrstuhlregel. Eine robuste Nutzungserklärung nennt mindestens Tool/Version, Nutzungsdatum, Zweck, betroffene Abschnitte, Art der Übernahme, eigene Prüfung und Verantwortung. Verwenden Sie eine Hochschulvorlage, wenn sie existiert. Die editierbare Hermes-Vorlage ist ein Arbeitsmuster, kein offizielles Prüfungsformular und keine Erlaubnis für an Ihrem Lehrstuhl unzulässige Anwendungen.

Quellenhinweis: Externe Angaben sind an der jeweiligen Passage verlinkt. Eigene Preise, Abläufe und Leistungsbeschreibungen sind als Angaben von Hermes Writing zu verstehen. Details: Redaktions- und Korrekturrichtlinie.

Eine KI-Nutzungserklärung für die Bachelorarbeit soll zwei Dinge gleichzeitig leisten: die verwendeten Hilfsmittel offenlegen und erkennbar machen, worin die eigene wissenschaftliche Leistung liegt. Sie ist weder ein Freifahrtschein noch ein Schuldbekenntnis. Und es gibt 2026 weiterhin keine bundesweit einheitliche Form.

Der aktuelle Leitlinien-Check 2026 des Hochschulforums Digitalisierung verglich 30 offiziell veröffentlichte KI-Leitlinien deutscher Hochschulen. Sein zentraler Befund für Studierende: Transparenz wird wichtig, aber die Umsetzung unterscheidet sich stark — von Minimalangaben bis zu KI-Verzeichnissen mit Prompts und Outputs. Hochschulweite Leitlinien werden zudem häufig auf Fachbereichs- und Veranstaltungsebene konkretisiert. Deshalb kann keine Web-Vorlage die lokale Prüfung ersetzen.

Bearbeitbare Word-Vorlage herunterladen

Die Vorlage ist ein redaktionelles Arbeitsmuster von Hermes Writing, Stand 11. August 2026. Sie ist kein Formular Ihrer Hochschule und muss an die dortige Regel angepasst werden.

Prüfreihenfolge für KI-Regeln in einer Bachelorarbeit: Prüfungsordnung, konkrete Aufgabenstellung, Fachbereich oder Lehrstuhl, Betreuung klären, Nutzung protokollieren, passende Erklärung abgeben
Abbildung 1. Eine allgemeine Vorlage steht am Ende der Kette, nicht am Anfang. Die konkrete Prüfungsregel kann Anwendungen erlauben, begrenzen oder verbieten — und bestimmt die Dokumentation.

Muss ich ChatGPT in der Bachelorarbeit angeben?

Wenn Ihre Hochschule oder Ihr Lehrstuhl eine Angabe verlangt: ja. Ob eine konkrete Nutzung erlaubt, kennzeichnungspflichtig oder ausgeschlossen ist, ergibt sich aus der für Sie geltenden Regel. Die Spannweite ist real: Die FAU Erlangen-Nürnberg erklärt auf ihrer Prüfungsseite, dass KI ohne ausdrückliche Erlaubnis ein unzulässiges Hilfsmittel sein kann, und stellt zugleich eine anpassbare Nutzungserklärung für ausdrücklich erlaubte Fälle bereit. Andere Hochschulen erlauben bestimmte Unterstützungsformen grundsätzlich, verlangen aber Transparenz.

Darum ist die häufige Frage „Ist ChatGPT erlaubt?“ zu grob. Präziser sind vier Fragen:

  1. Ist dieses Tool für diese Prüfungsleistung zugelassen?
  2. Für welche Aufgaben — Ideen, Recherche, Sprache, Code, Analyse oder Text?
  3. Welche Eigenleistung muss sichtbar und verteidigbar bleiben?
  4. Welche Dokumentation verlangt die konkrete Vorgabe?

Eine Nutzungserklärung kann eine unzulässige Anwendung nicht nachträglich legalisieren. Sie dokumentiert Erlaubtes; sie ersetzt keine Erlaubnis. Wenn die Regel unklar ist, schreiben Sie der Betreuung nicht „Darf ich KI nutzen?“, sondern nennen Sie das Szenario: „Darf ich DeepL Write zur sprachlichen Prüfung selbst formulierter Absätze in Kapitel 4 einsetzen, wenn ich jeden Vorschlag fachlich prüfe und die Nutzung im Hilfsmittelverzeichnis dokumentiere?“ Darauf lässt sich verbindlich antworten.

Wo steht die geltende KI-Regel?

Prüfen Sie in dieser Reihenfolge: aktuelle Prüfungsordnung und Eigenständigkeitserklärung; Aufgabenblatt oder Modulhandbuch; Hinweise im Lernmanagementsystem; Fachbereichs- oder Lehrstuhlseite; schriftliche Auskunft der prüfungsverantwortlichen Person. Speichern Sie die Fassung oder URL mit Datum. KI-Regeln entwickeln sich schnell, und der HFD-Leitlinien-Check beschreibt regelmäßige Aktualisierung als notwendige Daueraufgabe.

Ein allgemeiner Rahmen wie der Kodex zur Guten Wissenschaftlichen Praxis der DFG ist für Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortung wichtig, aber keine studentische Prüfungsordnung. Entscheidend bleibt, wie Ihre Hochschule diese Prinzipien für die konkrete Leistung operationalisiert. Die Universität Göttingen illustriert diese Ebene gut: Wissenschaftliche Gütekriterien, studiengangs- und veranstaltungsspezifische Vorgaben sowie individuelle Sorgfaltspflichten werden zusammen gedacht.

Nutzungserklärung, Eigenständigkeitserklärung und KI-Verzeichnis: der Unterschied

Die Begriffe werden im Netz oft austauschbar verwendet, können an Ihrer Hochschule aber verschiedene Dokumente bezeichnen. Die Eigenständigkeitserklärung ist die formale Versicherung zur eigenen Prüfungsleistung und zu den verwendeten Hilfsmitteln; ihr Wortlaut kann verbindlich vorgegeben sein. Eine KI-Nutzungserklärung ergänzt oder konkretisiert, ob, wofür und in welchem Umfang KI-gestützte Werkzeuge eingesetzt wurden. Das KI-Hilfsmittelverzeichnis ist die tabellarische Nachweisebene mit einzelnen Nutzungskategorien. Ein Promptprotokoll geht noch tiefer und dokumentiert konkrete Eingaben und relevante Ausgaben.

DokumentTypische FunktionWas Sie zuerst prüfen
EigenständigkeitserklärungFormale Versicherung und HilfsmittelbezugIst ein verbindlicher Wortlaut vorgeschrieben?
KI-NutzungserklärungGrenzt erlaubte KI-Unterstützung und Eigenleistung abSeparates Formular, Ergänzung oder Freitext?
KI-HilfsmittelverzeichnisOrdnet Tool, Zweck, Abschnitt und Prüfung tabellarisch zuWelche Spalten und welcher Detailgrad werden verlangt?
PromptprotokollMacht ausgewählte Interaktionen nachvollziehbarIst es ausdrücklich gefordert, und sind sensible Daten entfernt?

Reichen Sie nicht vorsorglich vier Dokumente ein, wenn nur eines verlangt wird. Mehr Material kann Widersprüche erzeugen und unnötig vertrauliche Inhalte offenlegen. Entscheidend ist eine konsistente Kette: tatsächliche Nutzung, zulässige Nutzung, verlangte Dokumentation und abgegebene Erklärung müssen übereinstimmen. Die Word-Vorlage bietet deshalb mehrere Bausteine, aus denen nur die passende, wahrheitsgemäße Variante übernommen wird.

Die sieben Felder einer belastbaren KI-Nutzungserklärung

Eine Formulierung wie „Zur Unterstützung wurde künstliche Intelligenz verwendet“ schafft keine nachvollziehbare Grenze. Eine brauchbare Dokumentation beantwortet sieben Felder:

  1. Tool und Anbieter: zum Beispiel ChatGPT von OpenAI, Claude von Anthropic, DeepL Translator oder GitHub Copilot.
  2. Version oder Modell, soweit sichtbar: Modellbezeichnung, Tarif oder Anwendungsversion; wenn nicht angezeigt, „nicht ausgewiesen“ statt raten.
  3. Datum oder Zeitraum: wichtig, weil Dienste und Modellstände sich ändern.
  4. Zweck: Brainstorming, Suchbegriffe, Sprachkorrektur, Übersetzung, Code-Debugging, Datenaufbereitung oder eine andere klar benannte Aufgabe.
  5. Betroffener Abschnitt: Kapitel, Tabelle, Abbildung, Code-Datei oder Arbeitsphase.
  6. Art der Verwendung: Output nur geprüft, als Anregung genutzt, fachlich überarbeitet, in eigene Formulierung übertragen oder — nur wenn erlaubt — übernommen.
  7. Eigene Prüfung und Verantwortung: Quellen im Original verifiziert, Berechnungen reproduziert, Übersetzung gegengeprüft, Code getestet; Verantwortung für Fehler verbleibt bei der einreichenden Person.
Dokumentationsmatrix für KI-Nutzung mit den Feldern Werkzeug und Version, Datum, Zweck, betroffener Abschnitt, Art der Übernahme, Verifikation und Verantwortung
Abbildung 2. Nicht jede Nutzung verlangt denselben Detailgrad. Die sieben Felder bilden jedoch einen belastbaren Minimaldatensatz, aus dem sich eine kurze Erklärung oder ein ausführliches Hilfsmittelverzeichnis erzeugen lässt.

Notieren Sie diese Angaben während der Arbeit in einer einfachen Tabelle. Das ist effizienter und glaubwürdiger als die Rekonstruktion am Abgabetag. Es schützt auch vor einem häufigen Irrtum: Ein Chatbot ist bei der Literaturrecherche kein Quellenkatalog. Jede bibliografische Angabe muss im Original, in einem DOI-Register oder Bibliothekskatalog geprüft werden; die KI wird nicht zur wissenschaftlichen Quelle, nur weil ihr Name im Hilfsmittelverzeichnis steht.

Vorlage: KI-Nutzungserklärung zum Anpassen

Wenn Ihre Hochschule keinen bindenden Wortlaut vorgibt und die dokumentierten Anwendungen erlaubt waren, kann ein Text nach diesem Muster funktionieren:

Mustertext · begrenzte, erlaubte Nutzung

Bei der Erstellung dieser Arbeit wurden generative bzw. KI-gestützte Werkzeuge ausschließlich in den nachfolgend dokumentierten Bereichen eingesetzt. Verwendet wurden [Tool, Anbieter, Modell/Version soweit bekannt] im Zeitraum [Datum/Zeitraum] für [Zweck] in [Kapitel/Arbeitsphase]. Die erzeugten Vorschläge wurden [Art der Nutzung und Überarbeitung]. Sämtliche fachlichen Aussagen, Quellenangaben, Berechnungen und Schlussfolgerungen wurden eigenständig anhand der angegebenen Originalquellen bzw. Daten geprüft. Nicht dokumentierte Textteile wurden eigenständig verfasst. Die Verantwortung für Inhalt, Quellen, Methode und Ergebnisdarstellung liegt vollständig bei mir. Eine tabellarische Übersicht der Einsätze befindet sich [im Anhang / im KI-Hilfsmittelverzeichnis].

Dieser Text ist absichtlich modular. Streichen Sie keine Einschränkung, die in Wahrheit nicht stimmt. Schreiben Sie beispielsweise nicht „sämtliche Quellen geprüft“, wenn nur Stichproben geprüft wurden; prüfen Sie stattdessen vollständig. Und ergänzen Sie keinen Satz „nicht dokumentierte Textteile wurden eigenständig verfasst“, wenn ein Tool großflächig umformuliert hat und Ihre Regel das als Nutzung erfasst.

Die Word-Vorlage enthält neben diesem Muster ein ausfüllbares KI-Hilfsmittelverzeichnis, eine Entscheidungscheckliste und drei Varianten für keine, begrenzte oder ausführliche erlaubte Nutzung. Vorrang hat immer das offizielle Formular Ihrer Hochschule.

Sechs typische Anwendungen richtig dokumentieren

1. Ideen und Gliederungs-Feedback

Zu vage: „ChatGPT für Brainstorming.“ Besser: „ChatGPT, Modellanzeige GPT‑5, 4. August 2026; Gegenargumente zur selbst entwickelten Gliederung von Kapitel 2; keine Textübernahme; Auswahl und Struktur eigenständig geprüft.“ Ob dieses Szenario angegeben werden muss, entscheidet die lokale Regel. Die inhaltliche Grenze zwischen Feedback und Autorenschaft erklärt der Beitrag ChatGPT in der Bachelorarbeit.

2. Suchbegriffe und Rechercheplanung

Dokumentieren Sie, dass das Tool Synonyme oder Suchstrings vorgeschlagen hat, nennen Sie die tatsächlich genutzten Datenbanken und verifizieren Sie jede Quelle dort. Beispiel: „Claude; 2. August 2026; Synonyme für den BASE-Suchstring zu Remote Onboarding; Suchauswahl und Quellenprüfung vollständig eigenständig; keine KI-generierte Literaturangabe übernommen.“

3. Übersetzung

Nennen Sie Ausgangs- und Zielrichtung, Textart und Prüfung: „DeepL Translator; 1.–5. August 2026; Arbeitsübersetzung dreier englischer Abstracts zum eigenen Verständnis; keine übersetzte Passage wörtlich in die Arbeit übernommen; Zitate am englischen Original geprüft.“ Bei vertraulichem oder personenbezogenem Material muss zusätzlich der Datenschutz geklärt sein.

4. Sprachkorrektur und Umformulierung

Die Eingriffstiefe ist entscheidend. Rechtschreibprüfung, stilistische Alternativen und Neuschreiben ganzer Absätze sind nicht dasselbe. Dokumentieren Sie betroffenen Abschnitt und Übernahmegrad: „LanguageTool; Kapitel 1–6; Rechtschreibung und Grammatik selbst formulierter Texte; keine inhaltliche Generierung.“ Für DeepL Write oder Grammarly sollte zusätzlich stehen, ob Vorschläge nur einzeln angenommen oder ganze Passagen umformuliert wurden. Die Grenzfälle behandelt DeepL, Grammarly und LanguageTool.

5. Code und Statistik

Bei R-, Python- oder SPSS-Syntax reicht „Codehilfe“ nicht. Nennen Sie Datei oder Analyse, Aufgabe und Reproduktion: „GitHub Copilot; R-Skript analysis.R, Zeilen 84–112; Vorschlag zur Visualisierung eines bereits berechneten Regressionsmodells; Code angepasst, mit Testdaten ausgeführt und Ergebnis gegen Modelloutput geprüft.“ Das Tool entscheidet nicht, ob der Test zur Forschungsfrage passt; die methodische Verantwortung bleibt bestehen.

6. Transkription oder Codierunterstützung

Hier kommen Prüfungsregel, Datenschutz und Forschungsintegrität zusammen. Personenbezogene Interviewdaten dürfen nicht beiläufig in externe Systeme geladen werden. Dokumentiert werden müssen Tool, Hosting-Kontext, Anonymisierung, Zweck, manuelle Kontrolle und gegebenenfalls die Freigabe im Datenschutzkonzept. Bei qualitativer Forschung ist KI-Codierung außerdem keine neutrale Abkürzung: Kategorieentscheidungen und Interpretationen müssen methodisch nachvollziehbar bleiben.

Muss das Promptverzeichnis in den Anhang?

Nicht automatisch. Der HFD-Leitlinien-Check zeigt gerade bei der Dokumentation große Vielfalt: Manche Regeln verlangen Minimalangaben, andere ein KI-Verzeichnis, wieder andere Prompts und Outputs. Ein vollständiger Prompt-Anhang ist daher nur sinnvoll, wenn er verlangt wird oder die Eingriffstiefe sonst nicht nachvollziehbar wäre.

Vergleich von drei Dokumentationsebenen: kurze KI-Nutzungserklärung, tabellarisches KI-Hilfsmittelverzeichnis und vollständiger Prompt-Anhang
Abbildung 3. Mehr Dokumentation ist nicht automatisch besser. Wählen Sie die Ebene, die Ihre Hochschule verlangt und die Eingriffstiefe nachvollziehbar macht.

Wenn ein Promptverzeichnis gefordert ist, sammeln Sie nicht wahllos jede Chatnachricht. Strukturieren Sie pro relevanter Sitzung: Tool/Modell, Datum, Zweck, betroffener Abschnitt, Prompt, wesentlicher Output, Auswahlentscheidung und Überarbeitung. Prüfen Sie vorher Datenschutz und Urheberrecht. Unveröffentlichte Interviews, personenbezogene Daten, sensible Unternehmensunterlagen, Prüfungsaufgaben und geschützte Volltexte gehören nicht ohne Rechtsgrundlage und Freigabe in externe Modelle. Der HFD-Bericht stellt fest, dass nahezu alle untersuchten Leitlinien vor personenbezogenen oder vertraulichen Daten in nicht hochschulkontrollierten Systemen warnen.

Was schreibe ich, wenn ich keine generative KI genutzt habe?

Nur das, was die Hochschule verlangt. Wenn eine separate Negativerklärung vorgesehen ist, kann sie knapp sein:

Mustertext · keine Nutzung

Bei der Erstellung dieser Arbeit wurden keine generativen KI-Systeme zur Erzeugung oder Bearbeitung von Text, Quellenangaben, Code, Datenanalysen oder Abbildungen eingesetzt. Verwendete nicht-generative Standardhilfsmittel [z. B. Rechtschreibprüfung/Literaturverwaltung] sind entsprechend den Vorgaben der Hochschule dokumentiert.

Behaupten Sie „keine KI“ nicht, wenn eine integrierte generative Funktion tatsächlich genutzt wurde. Moderne Textverarbeitung, Suchmaschinen und Übersetzungsdienste kombinieren Funktionen; entscheidend ist nicht das Marketinglabel, sondern was die Funktion mit Ihrem Inhalt getan hat und wie die lokale Regel sie einordnet.

Sieben Fehler in KI-Erklärungen

  1. Fremde Hochschulvorlage ungeprüft übernehmen. Sie kann dem eigenen Prüfungsrecht widersprechen.
  2. Tool ohne Zweck nennen. „ChatGPT verwendet“ zeigt weder Umfang noch Eigenleistung.
  3. Zweck ohne Abschnitt nennen. „Sprachkorrektur“ kann drei Sätze oder die gesamte Arbeit bedeuten.
  4. Erlaubnis aus Offenlegung ableiten. Dokumentation heilt keine unzulässige Anwendung.
  5. Prompt-Anhang mit sensiblen Daten abgeben. Transparenz hebt Datenschutz und Rechte Dritter nicht auf.
  6. KI-Output als Quelle behandeln. Fachbehauptungen brauchen zitierfähige Originalquellen.
  7. Am letzten Abend rekonstruieren. Modell, Datum, Einsatz und Überarbeitung werden dann ungenau oder vergessen.

Der praktische Gegenentwurf ist klein: Legen Sie zu Projektbeginn eine Tabelle mit sieben Feldern an und tragen Sie jede relevante Nutzung unmittelbar ein. Speichern Sie Regelstand und Rückfragen. Halten Sie Quellen- und Versionskontrolle getrennt. Das schützt nicht nur die Erklärung, sondern auch die Verteidigungsfähigkeit im Kolloquium — die möglichen Prüfwege ordnet der Beitrag Wie Lehrstühle KI-Nutzung einordnen ohne Detektor-Mythen ein.

Der 10-Minuten-Check vor der Abgabe

  1. Ist die aktuelle Eigenständigkeits- oder KI-Erklärung des eigenen Studiengangs verwendet?
  2. War jede aufgeführte Anwendung ausdrücklich erlaubt oder schriftlich geklärt?
  3. Sind Tool, Version/Modell, Datum, Zweck und Abschnitt vollständig?
  4. Ist klar, ob Output nur beraten, geprüft, überarbeitet oder übernommen wurde?
  5. Sind alle Quellen im Original verifiziert und alle Rechnungen bzw. Codes reproduziert?
  6. Enthält Anhang oder Promptprotokoll keine personenbezogenen, vertraulichen oder unzulässig kopierten Inhalte?
  7. Stimmt die Erklärung mit Versionsverlauf, Dateien und der tatsächlich verteidigbaren Arbeitsweise überein?

Wenn die Antwort an einer Stelle „unklar“ lautet, raten Sie nicht. Fragen Sie die prüfungsverantwortliche Person schriftlich und schildern Sie die konkrete Nutzung. Bei sprachlicher Endkontrolle kann ein wissenschaftliches Lektorat eine regelkonforme Alternative zu generativer Umformulierung sein; die Verantwortung und die Grenze zwischen Unterstützung und eigener Prüfungsleistung bleiben transparent.

KI-Erklärung fertig — aber ist der Text selbst belastbar?

Wir prüfen Sprache, Quellenlogik, Zitierkonsistenz und methodische Brüche, ohne eine Hochschulregel zu erfinden. Schicken Sie Vorgabe, Erklärung und Manuskript für eine ehrliche Einschätzung.

Manuskript unverbindlich prüfen

Häufige Fragen zur KI-Nutzungserklärung

Muss ich ChatGPT in der Bachelorarbeit angeben?

Das hängt von Prüfungsordnung, Aufgabenstellung und Lehrstuhlregel ab. Wenn die Nutzung kennzeichnungspflichtig ist, nennen Sie mindestens Tool/Version, Datum, Zweck, betroffene Abschnitte, Art der Übernahme und eigene Prüfung. Eine Erklärung macht eine verbotene Nutzung nicht zulässig.

Wo kommt die KI-Nutzungserklärung hin?

Folgen Sie der Hochschulvorlage. Je nach Vorgabe steht sie bei der Eigenständigkeitserklärung, als eigenes Hilfsmittelverzeichnis vor dem Anhang oder im Anhang. Erfinden Sie die Position nicht, wenn Ihr Fachbereich ein Formular oder eine Reihenfolge vorgibt.

Muss ich alle Prompts in den Anhang aufnehmen?

Nur wenn die konkrete Vorgabe das verlangt oder eine erlaubte umfangreiche Nutzung sonst nicht nachvollziehbar wäre. Viele Regelwerke begnügen sich mit einer strukturierten Tabelle. Ein Prompt-Anhang darf keine personenbezogenen, vertraulichen oder unzulässig kopierten Inhalte enthalten.

Müssen DeepL, Grammarly oder LanguageTool angegeben werden?

Möglicherweise. Reine Rechtschreibprüfung, Übersetzung, stilistische Vorschläge und generatives Neuschreiben sind unterschiedliche Eingriffe. Entscheidend ist die Funktion, nicht nur der Produktname. Prüfen Sie die lokale Regel und dokumentieren Sie bei Bedarf Abschnitt, Zweck und Übernahmegrad.

Welche Version von ChatGPT soll ich nennen?

Nennen Sie die in der Oberfläche sichtbare Modellbezeichnung, den Anbieter, gegebenenfalls den Tarif und das Nutzungsdatum. Wenn kein Modell ausgewiesen wird, schreiben Sie „nicht ausgewiesen“, statt eine Version zu erraten. Datum und Zweck bleiben trotzdem dokumentierbar.

Ist eine KI-Erklärung eine Garantie, dass die Nutzung erlaubt war?

Nein. Die Erklärung schafft Transparenz, aber keine nachträgliche Erlaubnis. Eine Anwendung muss nach der für die konkrete Prüfungsleistung geltenden Regel zulässig sein. Unklare Szenarien sollten vor Nutzung schriftlich mit der prüfungsverantwortlichen Person geklärt werden.

Was gehört in ein KI-Hilfsmittelverzeichnis?

Pro Nutzungskategorie: Tool und Anbieter, Modell/Version soweit bekannt, Datum oder Zeitraum, Zweck, Kapitel oder Arbeitsphase, Art der Output-Nutzung, eigene Verifikation und gegebenenfalls Verweis auf Prompts oder Code. Fassen Sie wiederholte gleichartige Einsätze sinnvoll zusammen.

Darf ich diese Word-Vorlage direkt abgeben?

Nur nach Prüfung und Anpassung. Die Hermes-Vorlage ist ein redaktionelles Arbeitsmuster, kein offizielles Hochschulformular. Wenn Ihre Hochschule einen Wortlaut oder ein eigenes Formular vorgibt, hat dieses Vorrang. Streichen oder ändern Sie außerdem jede Aussage, die Ihre tatsächliche Arbeitsweise nicht exakt beschreibt.

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